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ISARC 2018: Internationale Trends zur Digitalisierung des Bauwesens

Donnerstag, 2. August 2018


Vom 20. bis 25. Juli 2018 trafen sich insgesamt 490 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 36 Nationen in Berlin beim „ISARC“, dem jährlich stattfindenden „International Symposium on Automation and Robotics in Construction“. Organisiert wurde die Konferenz von Dr. Jochen Teizer und Prof. Dr. Markus König vom Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum sowie Prof. Dr. Timo Hartmann vom Institut für Systemtechnik der Technischen Universität Berlin. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie e.V. unterstützten zahlreiche Sponsoren das Programm der ISARC 2018. Baufirmen ermöglichten als Teil des Rahmenprogramms zwei Baustellenbesichtigungen in Berlin, auf denen aktuelle Trends der Digitalisierung des Bauwesens, u.a. BIM auf der Baustelle, praxisnah vorgestellt wurden.

Erstmals nach 20 Jahren war Deutschland wieder Austragungsort der weltweit größten wissenschaftlichen Veranstaltung zu Automatisierung und Robotik im Bauwesen. Neben Professorinnen und Professoren, Doktorandinnen und Doktoranden und Studentinnen und Studenten beteiligten sich 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Bauwirtschaft am Symposium. Mittendrin auch 23 Bachelor- und Masterstudentinnen und -studenten sowie Professoren der chinesischen Universität Chongqing University (CQU), die derzeit an der RUB im Rahmen einer Summerschool zu Gast sind.

Ihnen wurden bei der ISARC-Veranstaltung aktuelle Forschungsergebnisse und praxisrelevante Innovationen vorgestellt. Den Auftakt bildete ein dreitägiger Hackathon, bei dem Prototypen als digitale Lösungen entwickelt wurden. Die Spannbreite der Themen reichte von der Integration von IoT-Systemen über intelligentes parametrisches Design, Anwendung von Virtual und Augmented Reality bis hin zum 3D-Druck.

Das Programm der ISARC 2018 umfasste insgesamt 168 hochwertige Beiträge aus Wissenschaft und Industrie zur Digitalisierung des Bauwesens, wie z.B. der Bauplanung, der technologieunterstützten Lean Construction und der sensorbasierten Datenerfassung um Bauprojekte zuverlässiger planen, abwickeln und betreiben zu können.

Auch das Schaffen nationaler und internationaler BIM Standards zur digitalen Projektzusammenarbeit unter Verwendung von offen Schnittstellen (z.B. IFC: Industry Foundation Classes - ein offener Standard im Bauwesen zum Datenaustausch von Gebäudemodellen) war ein Thema der ISARC 2018. Zwei Keynote-Präsentationen, gehalten durch Dr. Ilka May und Prof. Frédéric Bosché, verdeutlichten eindrucksvoll den Einsatz von Technologien der Computerspielentwicklung und der virtuellen Realität in Bauprojekten.

Die nächste ISARC 2019 findet vom 21. bis 24. Mai 2019 in Banff, Kanada statt (www.isarc2019.org). Vorrangige Themen der ISARC 2019 werden Modularisierung, Vorfertigung, Automatisierung und Robotik sein.