Projektabschluss: Handlungsempfehlungen für digitales Planen und Bauen veröffentlicht

Donnerstag, 16. August 2018


Das Bundesverkehrsministerium plant Milliardeninvestitionen in die deutsche Infrastruktur – sie sollen möglichst effizient genutzt werden. Ein Team um Prof. Dr. Markus König, Leiter des Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen, hat Handlungsempfehlungen zur Unterstützung von Bauprojekten des Bundesverkehrsministeriums durch digitale Methoden erarbeitet.

Vor dem Hintergrund, Bauprojekte besser planbar und effizienter realisierbar zu machen, hat die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM unter Leitung der RUB die erste Phase des Stufenplans zur Einführung des digitalen Planens und Bauens begleitet und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen veröffentlicht. Diese basieren auf den Erkenntnissen aus vier Pilotprojekten, die mit dem sogenannten Building Information Modeling (BIM) umgesetzt und von 2015 bis 2018 wissenschaftlich analysiert wurden.

Eines der Pilotprojekte, das das Infra-BIM-Team begleitet: der Neubau der Auenbachtalbrücke der Bundesstraße 107 bei Chemnitz. „Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist“, sagt Prof. Dr. Markus König. „Notwendig ist jedoch eine weitere Standardisierung der Abläufe, Informationsanforderungen und des Datenaustauschs.“

In den Handlungsempfehlungen für das Bundesverkehrsministerium nennt das Projektteam auch weitere Aspekte wie die Aus- und Weiterbildung oder die Automatisierung von Bauprozessen.
Das geplante Bauwerk und seine Umgebung werden komplett als digitales Modell dargestellt. Das Building Information Modeling geht aber weit über solche Modelle hinaus.
Ziel des Building Information Modeling ist es, Großprojekte zunächst virtuell durchzuspielen, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. So können Kosten und Zeitbedarf realistisch kalkuliert und Projekte möglichst effizient realisiert werden. Die digitalen Methoden ermöglichen es, dass alle am Bau beteiligten Partner Informationen zu jeder Zeit transparent austauschen können. Ab 2020 sollen Bauprojekete des Bundesverkehrsministeriums durch digitale Methoden unterstützt werden.

Die RUB begleitet bereits seit Anfang 2016 im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Umsetzung des Stufenplans für digitales Planen und Bauen. Prof. Dr. Markus König entwickelt mit seinem Team BIM-Standards für Schiene, Straße und Brücke. Seit 2017 sind die Bochumer Ingenieure außerdem in BIM-Pilotprojekte des Bundesumweltministeriums involviert.