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Am Beispiel lokaler Bauwerke wie der Drachenbrücke in Recklinghausen, der Olgabrücke in Oberhausen, des Dortmunder Westfalenstadions und des Gelsenkirchener Parkstadions ging es u.a. um die Sicherheitsanforderungen an Brücken und um Schwingungsprobleme bei Tribünen in deutschen Fußballstadien. Beantwortet wurde dabei auch die Frage, wie individuelle Persönlichkeitsmerkmale (Geschlecht, Stimmung, Schuhwerk etc.) die Schrittgeschwindigkeit beeinflussen und in welchen Städten die Menschen am schnellsten gehen. Demnach ist Singapur die schnellste Stadt der Welt.

Prof. Kasperski nahm den Anspruch interaktiv, experimentall und multimedial wörtlich: Experimente mit einem sog. "Shaker", welcher personeninduzierte Schwingungen künstlich imitieren konnte und einer Kraftmessplatte zur Ermittlöung der individuellen Sprungkraft, waren nur zwei der Höhepunkte, die der Vortrag für das Publikum bereithielt. Als es um die Frage ging, bei welcher Schwingungsintensität das Gehen über eine Brücke angsterzeugend auf den Passanten wirkt, und inwieweit das menschliche Gehirn diesem Angstgefühl mit rationalen Argumenten und auf der Basis früherer positiver Erfahrungen entgegensteuern kann, ging es auch um die biopsychologischen Grundlagen von Angst- und Gefahrwahrnehmung.

Die Präsentation gipfelte in einer Gegenüberstellung der beiden Gegenpole Angst und Vernunft bzw. Weisheit, verkörpert in Gestalt einer Vogelspinne und einer Eule, welche live vor Ort besichtigt, befühlt und gestreichelt werden konnten. Die Resonanz im Publikum war überwältigend, kaum ein Zuhörer, der die kleine Vogelspinne nicht einmal anfassen oder die Eule von Nahem betrachten wollte.
"Mit dem Vortrag können wir auf Tour gehen," resümierte Dr.-Ing. Ceyhun Sahnaci, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Dr. Kasperski, augenzwinkernd am Ende des Abends die Veranstaltung. Recht hat er.